Gefahren falscher Internet-Nutzung - Interview in der Osnabrücker Sonntagszeitung

In einem Interview der Osnabrücker Sonntagszeitung vom 17.05.2009 zu den Gefahren falscher Internet-Nutzung äusserte sich DIV-Vorsitzender Stephan Widera. Nachfolgend der Artikel im Wortlaut.

 

„Ein Online-Führerschein wäre wünschenswert“

 

Wieso die Internetnutzung auf der einen Seite so hilfreich und auf der anderen Seite so gefährlich ist, sagte der OSZ in dieser Woche der Vorsitzende des Deutschen Internet Verbandes, (DIV), Stephan Widera.

 

Der DIV ist einer der ältesten und mitgliedsstärksten Interessenvertretungen der Internet-Nutzer. 

 

„Der DIV befasst sich mit vielen internetrelevanten Themen wie zum Beispiel Sicherheit und Datenschutz, Hilfestellung in Internet-Fragen, Schlichtung bei Streitfällen und anderes mehr. Mit hochkarätig besetzten Fach-Ausschüssen und einem Netzwerk von Spezialisten für alle Internet-Gebiete ist der DIV auch ein gefragter Berater von Medien und Politik“, weiß dessen Vorsitzender, Stephan Widera zu berichten.

Die Möglichkeiten des World Wide Web sind immens. Jeder Mensch der einen Internet-Zugang hat, kann surfen, chatten, bloggen, twittern und vieles mehr. Es ist ihm selbst überlassen was für Informationen er preisgibt, ob diese der Wahrheit entsprechen oder reine Fiktion sind.  „Viele Nutzer sind hier sehr unbedarft. Es muss daher mehr Aufklärung betrieben werden. Dabei könnten die Internet Provider und Portal-Betreiber helfen. Sie könnten Ihren neuen Kunden vor Freischaltung des Accounts über eine gesunde Verhaltensweise im www aufklären und Gefahren aber auch Möglichkeiten aufzeigen.

 

Insbesondere unsere Kinder müssen vor unkontrolliertem Surfen im Netz geschützt werden. Das ist Aufgabe der Eltern und der Schulen. Es sollte in der Grundschule ein Fach Internet geben. Ein Online-Führerschein wäre wünschenswert. Unsere Kinder und Jugendlichen müssen lernen, wie sie das Internet bestmäglich für sich verwenden kännen und welche Gefahren sich darin verbergen“, erläutert der Fachmann. Er betont, dass das auch für die spätere berufliche Zukunft wichtig sein könne.

Heute schaut der Arbeitgeber oder Personalchef häufig im Internet nach, ob über den neuen Bewerber nicht etwas zu finden ist. Fast immer wird man relativ schnell fündig.  „Warum wird der Nutzer nicht auf den Portalen gewarnt? Es liegt nicht im wirtschaftlichen Interesse der Portale und Communities weniger Inhalt, kontrollierten Inhalt und langweiligen Inhalt zu haben“, benennt Widera das Problemder unterschiedlichen Interessen.

 

Laut Statistischem Bundesamt (DESTATIS) nutzen 70 Prozent der Bevälkerung über zehnJahre das Internet bereits privat. Über die Hälfte der Beschäftigten am Arbeitsplatz sind über einen Computer mit dem Internet verbunden. Mehr als 14 Millionen Bürger nutzen das Internet bereits zum Fernsehen oder Radio hören.

 

Widera empfiehlt stets eine gewisse Vorsicht an den Tag zu legen, da es überall schlechte Menschen gäbe. „Kinder sollten grundsätzlich nicht allein im Internet surfen, sofern nicht Schutzfilter vorgeschaltet sind.

Mit persönlichen Daten, aber auch mit persönlichen Fotos sollte man sehr zurückhaltend umgehen. Diese können nicht nur in falsche Hände geraten, sondern sind, einmal online gestellt, nachträglich fast unmöglich wieder zu tilgen. Das Internet vergisst nichts, auch gelöschte Seiten findet man später noch in Caches oder Archiven. Bei E-Mails von unbekannten Absendern mit Anhang oder integrierten Links sollte man keinesfalls auf diese klicken, egal was für tolle Versprechen gemacht werden.

Bei allen Transaktionen im Netz unbedingt genauestens auf die URL im Browser achten. So kann man überprüfen ob es tatsächlich die Seite ist, auf der man glaubt zu sein. 

Bei der Registrierung zu scheinbar kostenlosen oder extrem günstigen Angeboten die AGBs durchlesen, bevor man diesen zustimmt. Hier sind oft Kosten im Kleingedruckten versteckt.  Regelmäßig die Kontoauszüge prüfen und mit erfolgten Online- Umsätzen abgleichen.  Handel mit zweifelhaften Anbietern oder solchen mit Sitz in Offshore-Staaten sollte man vermeiden“, benennt der DIV-Vorsitzende einige der Gefahren, die im Internet auf den oft unbedarften Bürger lauern. 

 

Norbert Fuhs

 

Link zur Osnabrücker Sonntagszeitung  www.os-sonntagszeitung.de